Resilienz und Resilienz und Entscheidungsfindung
Resilienz ist das Schlagwort der heutigen Zeit. Wir hören und lesen nahezu überall, wie wichtig sie im Berufs- und Privatleben ist. Doch was genau bedeutet das? Nachdem ich im letzten Blog schon auf eine entscheidende Grundlage für Resilienz eingegangen bin, nämlich die Fähigkeit zum Wandel in Zusammenhang mit einer funktionierenden Fehlerkultur, geht es heute um einen weiteren Pfeiler: die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Was bedeutet Resilienz? Per Definition ist «Resilienz – auch Anpassungsfähigkeit – der Prozess, in dem Personen auf Probleme und Veränderungen mit Anpassung ihres Verhaltens reagieren». Je besser und schneller wir uns anpassen bzw. erholen können, als desto resilienter gelten wir. Es geht also darum, wie schnell wir uns aus menschlichen Reaktionen auf z. B. Stress oder Krise befreien und der neuen Situation anpassen können. Wesentlich ist dabei in meinen Augen, welche Entscheidungen wir treffen, und zwar sowohl in qualitativer als auch in zeitlicher Hinsicht. Je strukturierter wir Entscheidun- gen treffen, umso handlungsfähiger bleiben wir. Schlüssel für die eigene Resilienz In meiner Arbeit im Krisenmanagement sehe ich aber immer wieder endlose Dis- kussionen ohne konkrete Entscheidungen. Es scheint menschlich, eine gewisse Läh- mung in Stress- oder emotional schwierigen Situationen zu zeigen. Die Verantwortung liegt schwer auf den Schultern, die Angst vor einer falschen Entscheidung überwiegt oft. Im Flugzeug wäre eine solche Lähmung unter Umständen aber tödlich. Schnelles und vor allem konsequentes Handeln ist ein wichtiger Erfolgsfaktor im Cockpit. Wir bedienen uns daher Entscheidungs- findungsmodellen, um einer möglichen Lähmung entgegenzuwirken. Das Bekann- teste ist das FORDEC-Modell. Dabei werden F wie Fakten gesammelt, O wie Optionen entworfen und mit R wie Risiken abgewogen. Nach diesen drei Schritten gibt es kein zurück, es wird eine D wie Decision, also Entscheidung, verlangt. Danach wird diese Entscheidung mit dem E wie Execution ausgeführt. Ganz wichtig wird zum Schluss mit C wie Check noch überprüft, ob das Resultat tatsächlich wie gewünscht ist, oder ob der Prozess von vorne gestartet werden muss. FORDEC ist ein Modell, aber es gibt natürlich auch andere. Es spielt keine Rolle, welches Modell angewendet wird. Entschei- dend ist die Tatsache, dass überhaupt ein einheitliches Modell genutzt wird, sodass alle Beteiligten wissen, an welchem Punkt im Prozess man steht, es einen gemeinsa- men roten Faden gibt. Dieser rote Faden ist klar strukturiert, faktenbasiert und ergebnisoffen. Und das ist ein Schlüssel für unsere eigene Resilienz. Denn wenn wir es schaffen, faktenbasiert und in manchen Fällen schnell zu entscheiden und zu handeln, werden wir auch schnell mit Situationen zurechtkommen und dafür sorgen, dass sie uns nicht vom Kurs abbringen oder gar aus der Bahn werfen. Wir behalten damit den Blickpunkt am Horizont gemäss dem #CTL- Kernpunkt 6 («Focus on your Horizon»).