Safety Management System (SMS) in der Allgemeinen Luftfahrt!

Niemand ist unfehlbar, wir machen alle Fehler – auch Fehler, die zu sicherheitsrelevanten Risiken heranwachsen können. Safety Management basiert genau auf dieser Prämisse!

Im Rahmen eines Safety Management Systems (SMS) entstehen Prozesse, welche die Kommunikation über vorhandene Risiken sowie die Maßnahmen zu deren Verringerung verbessern – unter Einbeziehung ALLER (!) Teilhabenden.

Klingt logisch und ist auch leicht umsetzbar! Allerdings bedarf es einer gewissen Kritikfähigkeit, Disziplin, Durchhaltevermögen und Offenheit gegenüber eigenen Fehlern. Voraussetzung hierfür ist eine gelebte Sicherheitskultur –  mit einer etablierten „Just Culture“, bei welcher der Fehler nicht als Übel, sondern als Notwendigkeit zur Verbesserung des IST-Zustandes gesehen wird.

Erkenntnis: „Nicht Fehlerfrei“ – das ist meist die größte Hürde!

Wir wissen, dass man bei sicherheitsrelevanten Ereignissen vom Eisbergprinzip reden muss. Einem schwerwiegenden Ereignis gehen Faktor X-tausend kleinere Fehler voraus. Tausende kleine Fehler, bzw. tausende kleine Möglichkeiten die, sofern sie erkannt und eliminiert werden, einen bevorstehenden Unfall vermeiden können.

Durch gezielte Methodik und Massnahmen versucht man mittels SMS genau diese kleinen Fehler zu eliminieren. Ziel dabei ist es, die Wahrscheinlichkeit eines schwerwiegenden Vorfalls oder sogar Unfalls zu verringern. Ein Safety Management System ist also eine pro-aktive Herangehensweise, die Flugsicherheit dauerhaft Schritt-für-Schritt zu verbessern.

Die Bestandteile eines SMS können gut mit einem Haus verglichen werden. Wir reden von einem Management „System“, weil eine Reihe von Prozessen zu einem Ganzen integriert werden. Das Bild des Hauses zeigt sehr schön, dass keine der Komponenten fehlen darf, denn jede Einzelne trägt gleichwertig zur Stabilität des gesamten Systems bei.

Die Interaktionen der Einzel-Komponenten bilden dabei das System. Nur mit einer Mischung aus Überzeugungen, Praktiken und Verfahren wird die Sicherheit innerhalb der Organisation verbessert. Wir müssen lernen uns zu beobachten, Fehler zu erkennen und aus ihnen die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Grundlegende Voraussetzung für das erfolgreiche Leben eines SMS ist die Herausbildung einer Safety-Kultur mit dem Aufbau von Safety-Wissen und der Schaffung eines Safety-Bewusstseins. Basis hierfür sind eine SMS-Grundausbildung sowie das regelmäßige Training im Umgang mit den einzelnen SMS-Elementen. Bei einem SMS in der Allgemeinen Luftfahrt handelt es sich somit um ein formal verankertes Überwachuns- und Ablaufkonzept, das die Sicherheit des Flugbetriebs gewährleisten soll.

Voraussetzung ist Safety-Wissen und -Bewusstsein

Im Fokus eines SMS steht ein Risikomanagement. Mittels eines „Closed Loop“ werden sicherheitsrelevante Risiken identifiziert, bewertet und überwacht bis das Risiko durch ein geändertes Verfahren abgestellt oder zumindest verringert wurde. Das heisst: gewonnene Erkenntnisse werden geprüft, dokumentiert und kommuniziert. Ist das Ergebnis noch nicht zufriedenstellend, beginnt der Loop von neuem.

Insgesamt gilt: SMS ist kein Hexenwerk und greift nicht in die fliegerische Freiheit ein. Niemand wird bevormundet. Ein gut etabliertes und integriertes SMS gibt dem einzelnen Anwender wertvolle Werkzeuge an die Hand, um die eigenen Leistungen jeden Tag erneut bewerten und verbessern zu können. Die Sicherheit wird dabei als treibende Kraft in den Flugbetrieb verankert.

In den folgenden Blog Beiträgen werden die einzelnen Komponenten näher beleuchtet und auf die Schritte und notwendigen Grundvoraussetzungen des Loops genau eingegangen.